Viele Kinder wissen, dass ihre Mütter mit von der Partie sind, denn morgens wurde schon ein Eintopf für die ganze Familie gekocht, die Mutter verschwand. Damit waren für Mutter die häuslichen Pflichten für diesen Tag erledigt, denn es war ein hoher Festtag em Dörp, nämlich "Wievefastelovend“!
Am zeitigen Vormittag hatte das frohe Treiben bereits begonnen. In Gruppen ging es von Wirtshaus zu Wirtshaus. „Mutzen“ waren das Gebäck des Tages, aber auch ein guter Tropfen wurde nicht verschmäht. Man freute sich des Lebens. Maskiert war man frei von den üblichen Hemmungen und Förmlichkeiten, war also ein richtiger „Fastelovendsjeck“. Es war erstaunlich, was die „Möhnen“ an diesem Tag, ihrem Ehrentag alles vertragen konnten und was sie dabei alles anstellten. Am Nachmittag gab es dann bei einer „Kampfpause“ einige Tassen schwarzen Kaffee, und so gestärkt konnte man dann am Abend beim „Möhneball“ seine „Möhn“ stehen.
Beim Möhnewibbel im Tanzsaal, aber auch bei Abstechern in die Gastwirtschaften waren dann alle Möhnen auf dem Plan. Im Saal saßen sie mit zusammengesteckten Köpfen, nicht viel Gutes planend, dicht beieinander. Sie spähten nach Tanzopfern, die sie dann in ausgelassener Manier planmäßig mürbe machten.
Wenn sie dann dabei nicht erkannt wurden, war die Freude groß. Manch einer soll sich dabei gründlich und peinlich geirrt haben.
Einen Höhepunkt hatte dann das „Tolle Treiben“ bei der mitternächtlichen Demaskierung. Überall sah man überraschte und erstaunte Gesichter. Nach einem ruhigen und besonnenen Karnevalssonntag begann dann am Rosenmontag der erneute Trubel. Ausgetauschte Kostüme von Weiberfastnacht machten die Verwirrung groß. In origineller, aber auch kritischer Art versuchten die „Jecken“, aktuelle Ereignisse des Jahres zu karikieren. Groß und klein waren vom Karnevalsbazillus angesteckt worden und amüsierten sich auf ihre Art. Der Karnevalsdienstag blieb wie eh und je dem „Eazebär“ überlassen. Dieser war dann auch wie immer von einer frohen Kinderschar umgeben. Dann kam der zweite Weltkrieg.
